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THEMA: Wie Jazz-Stücke vom Blatt abwandeln?

Wie Jazz-Stücke vom Blatt abwandeln? 29 Dez 2010 11:55 #97498

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Beim WS hatte ich dieses Mal Olaf als Haupt-Dozenten. Ich fand das Thema super interessant. :) Es ging nämlich darum, wie man ein Jazz-Stück von den gegebenen Noten abwandelt. Ich kannte bisher nur: Nach Noten spielen oder Solo. Aber das war ein echter Augenöffner. Und siehe da, auf einmal kann ein ganz einfaches Stück richtig gut klingen!

Am ersten Tag haben wir uns mit Variationen im Rythmus beschäftigt. Am zweiten Tag wurde es leider Aufführungs-orientierter und wir haben mehr nach Noten gespielt. Jetzt habe ich aber Blut geleckt und möchte mehr darüber wissen, was man da alles machen kann. :woohoo:

Habt Ihr Tipps oder gibt es so etwas wie eine systematische Zusammenstellung, was man alles varieren kann und wie?
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Re:Wie Jazz-Stücke vom Blatt abwandeln? 29 Dez 2010 12:03 #97499

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Am besten hörst du dir das Thema in verschiedenen Versionen an, nicht nur von Saxophonisten, auch von anderen Solisten.

Aber zunächst solltest du das Thema ganz einfach spielen können, bevor du es mit eigenem anreicherst und variiert. Vielleicht etwa so, wie Frank Sinatra singt. Diesen Ratschlag habe ich von Lee Konitz. (Unter uns gesagt: wie Sinatra phrasiert, das lässt sich allerdings kaum wirklich imitieren!)
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Re:Wie Jazz-Stücke vom Blatt abwandeln? 29 Dez 2010 14:16 #97501

  • antonio
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Raggae schrieb:
Beim WS hatte ich dieses Mal Olaf als Haupt-Dozenten.

Ist Olaf hier aktiv? Vielleicht könnte er ja hier etwas preisgeben zu dieser Frage. Würde mich jedenfalls auch interesieren, da ich das auch häufig versuche hinzubekommen - so im Sinne von Thema etwas auszuschmücken, 4 Schläge lang ausgehaltene Noten aufzulockern oder abzuschliessen usw. Oft hilft es auch, hinzuhören, was die Könner machen.

antonio
Letzte Änderung: 29 Dez 2010 14:18 von antonio.
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Re:Wie Jazz-Stücke vom Blatt abwandeln? 29 Dez 2010 17:10 #97506

  • saxkai5
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Hör von morgens bis abends Jazz von Leuten, dessen Interpretationen dir am besten gefallen.

Nur darfst du es nicht mechanisch angehen - es geht mehr um ein Gefühl, dass freigesetzt wird. Dieses musst du erst verstehen lernen.

Die Melodien der meisten Jazz-Standards sind total einfach (notiert) - also lassen sie oft eine Menge Raum für "interpretatorische Spielereien". Aber es muss aus dir herauskommen.
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Re:Wie Jazz-Stücke vom Blatt abwandeln? 29 Dez 2010 18:47 #97511

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saxkai5 schrieb:
Hör von morgens bis abends Jazz von Leuten, dessen Interpretationen dir am besten gefallen.

Aber ich hör doch schon von morgens bis abends Blues ... B)

Nee, im Ernst - mir hilft es sehr, wenn ich zu dem, was ich höre auch noch ein paar Erklärungen dazukriege. So nach dem Motto: Hör mal, hier macht er das und das ... So ungefähr hat es Olaf bei seinem Workshop gemacht, und das war richtig klasse!

saxkai5 schrieb:
Nur darfst du es nicht mechanisch angehen - es geht mehr um ein Gefühl, dass freigesetzt wird. Dieses musst du erst verstehen lernen.

Genau darum geht es mir. Deshalb habe ich den Thread gestartet.

TootSweet schrieb:
Vielleicht etwa so, wie Frank Sinatra singt.

Und da fängt es schon an ... Wie singt denn Sinatra? :blush:



P.S. @TootSweet: Geiler Nickname! Da muss man erst mal drauf kommen :) Herzlich willkommen im Forum!
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Letzte Änderung: 29 Dez 2010 18:50 von Raggae.
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Wie Jazz-Stücke vom Blatt abwandeln? 30 Mär 2011 12:43 #100051

  • saxophonotto
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Ich grüsseEuch!
Den Blues bekommt man nicht zuhause im Übungsraum. Du bekommst ihn im Leben. Am besten geht das wenn man unglücklich verliebt ist oder mal die Welt besch..... findet.
Du musst auf der Bühne stehen, Dir einen netten Zuschauer aussuchen und dann die Augen schliessen.
Du spielst nun nur für diesen einen Gast.
Vergesse alle Welt dabei, lass Dich träumen!
Wenn Du fertig bist mit Deinem Solo, wirst Du wieder aufwachen und leider nicht mehr wissen, was Du gespielt hast. Der Traum ist ja zuende.
Nie im Leben wirst Du dieses Solo wieder interpretieren können, weil Du's nicht mehr weisst.
ALSO:
Nehme diese Solis auf. Du wirst staunen, und denken: Das war ich nicht.
Nehme Dir Deine Aufnahmen als Vorbild, schreibe die Solis in Noten und lerne sie auswendig. Dann kannst Du auch gute Solis spielen, wenn Du nicht gut drauf bist!
So machen es die Profis. Deshalb spielen sie bei jedem Auftritt ihr eigenes "Originalsolo".
Vergess, Dir Vorbilder zu suchen. Covern von Solis bringt nichts, es wird immer ein billiger Abklatsch bleiben. Das Original wirst Du niemals erreichen.
Du musst einach nur DU sein. So kannst Du mit Deinem Sax glücklich werden.
(soviel wollte ich garnicht schreiben)
Beste Grüsse aus Mainz

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Wie Jazz-Stücke vom Blatt abwandeln? 31 Mär 2011 15:49 #100083

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Raggae schrieb:
Beim WS hatte ich dieses Mal Olaf als Haupt-Dozenten. Ich fand das Thema super interessant. :) Es ging nämlich darum, wie man ein Jazz-Stück von den gegebenen Noten abwandelt. Ich kannte bisher nur: Nach Noten spielen oder Solo. Aber das war ein echter Augenöffner. Und siehe da, auf einmal kann ein ganz einfaches Stück richtig gut klingen!

Am ersten Tag haben wir uns mit Variationen im Rythmus beschäftigt. Am zweiten Tag wurde es leider Aufführungs-orientierter und wir haben mehr nach Noten gespielt. Jetzt habe ich aber Blut geleckt und möchte mehr darüber wissen, was man da alles machen kann. :woohoo:

Habt Ihr Tipps oder gibt es so etwas wie eine systematische Zusammenstellung, was man alles varieren kann und wie?

Hi Raggae. Interessantes Thema. Du scheinst Dich in einer Übergangsphase zu befinden. Du kannst vom Blatt spielen (= rein reproduktiv) und Du kannst improvisieren (= intuitiv). Was Du nun machen willst, ist zB das Stück in Anlehnung an das Original zu variieren, aber an Anlehnung an die Akkordfolgen und die Begleitung des Originalparts - so verstehe ich das. Also wie bei einigen Playalongs, bei denen ein Leebereich für die Wiederholung gelassen wird, aber die Begleitung den normal Part wiederholt. :dry:

Die Reihenfolge des entire 12bar blues ( I I I I IV IV I I V IV I I oder I IV I I IV IV I I V IV I IV) ist damit ja schon gegeben und Du hast damit keine Probleme. Man kann folgendes versuchen (jedenfalls behelfe ich mich damit):

=> Teile des Originals "oktavieren" nach oben oder unten.

=> bei schnelleren Läufen Noten weglassen und nur die dominierenden Phrasierungen spielen

=> bei langsameren Läufen "Schnörkel" einbauen, also Vorschlag oder ähnliches

=> Pausen verändern - das muss man probieren

=> Phrasierungen extrem ändern, also unterschiedliche Takte betonen und damit anders als im Original

=> vor allem versuchen, das Thema rauszuhören, welches in der Melodie und den Verzierungen versteckt ist. Denke an einen einfachen Handyklingelton in midi. Nach ein paar Tönen hast Du schon das Stück erkannt. Wenn Du dieses Thema immer wieder einbettest, kann Dir nicht spassieren ;)

dabei auf die original Noten schauen, damit man sich zur Not immer wieder dorthin zurück bewegen kann.

Ansonsten bleibt Dir nichts anderes übrig, als Licks zu trainieren.

Ich spiele Mel Bay Essential Jazz Etudes und Ultimate Blues Riffs von Gordon.

Riffs sind wichtig - allerdings wohl eher für freie Improvisation, aber darum ging es ja wohl hier nicht so.

Gute Töne - vielleicht hilft Dir meine kleiner Erfahrungshinweis was.
LG HaJo

"Ist das Kunst, oder kann das weg?"
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Wie Jazz-Stücke vom Blatt abwandeln? 01 Apr 2011 14:48 #100108

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saxlover schrieb:
Ansonsten bleibt Dir nichts anderes übrig, als Licks zu trainieren.

Ich spiele Mel Bay Essential Jazz Etudes und Ultimate Blues Riffs von Gordon.

Riffs sind wichtig - allerdings wohl eher für freie Improvisation, aber darum ging es ja wohl hier nicht so.

Vielleicht sind die Übergänge ja auch fließend.

Die Ultimate Blues Riffs habe ich mir vor ein paar Tagen auch gekauft. Leider fällt es mir immer unheimlich schwer, diese kleinen Dinger auswendig zu lernen. :angry: Da würde ich mir schon ein besseres Gedächtnis wünschen! Geht Dir das auch so?
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Wie Jazz-Stücke vom Blatt abwandeln? 01 Apr 2011 15:24 #100109

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Ja - ich will die auch gar nicht lernen. Wenn ich so rangehe, funzt das nicht. Ich spiele die einfach als Übung runter und fertig - ich finde, die sind sauschwer. Und wie von selber merkt man dann, dass man die dann spielen kann - na wenigstens einige oder Teile davon. Und witzigerweise die schwersten, denn an denen hat man anfangs am meisten rumgefummelt.

Ich würde die auch nicht auswendig lernen.

Ich habe einige Zeit unendlich viel Ben Webster gehört - ich habe bestimt 95% von allem was er gespielt hat. Wenn Dun ihn viel hörst, fällt Dir auf einmal auf, dass er bestimmte Tonfolgen immer wieder spielt - in fast allen Stücken irgendwie eingebaut Webster-Licks.

Hört man die, sagt man gleich: "ah - Webster!". Dabei ist mir später aufgefallen, dass das bei vielen Künstlern so ist - bestimmte Tonfolgen bestimmen das Markenzeichen. Auch bei Sängern: Grönemeyer, Ina Müller, Celine Dion etc...eigentlich alles immer ähnlich. Wenn man weiterdenkt ist das typisch für Musik: Wer Beethoven auflegt wird kaum jemanden glauben lassen wollen, das wäre Bach oder Mozart etc.

Darum wirst Du auch Deine eigenen Eigenheiten und Besonderheiten entwickeln müssen - später. Ich hoffe ja auch noch darauf ;-) (Die Hoffnung stirbt zuletzt) Aber mE bleibt es dabei, dass man immer erst in der Stilrichtung, die einem momentan lieb ist, viel imitiert und sich dann hoffentlich mal individualisiert. Das haben alle gemacht - sicherlich auch die, die sich nicht mehr daran erinnern können, da es schon 50 Jähre her ist ;-)
LG HaJo

"Ist das Kunst, oder kann das weg?"
Letzte Änderung: 01 Apr 2011 16:22 von saxlover. Begründung: Error 404
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Wie Jazz-Stücke vom Blatt abwandeln? 04 Apr 2011 00:48 #100171

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Na klar kann ich mich daran erinnern. Herb Hardesty war meiner, an dem ich mich orientieren musste. Wir hatten uns entschieden R&B von Fats Domino zu spielen. Ich konnte damals etwas über 90 Nummern von Ihm auswendig. Du weisst ja, bei einer Rockband (ohne Bläser s a t z ) sind Notenständer verboten. Da ich aber mit verschiedenen Läufen von Ihm nicht einverstanden und auch nicht zurecht kam, suchte ich mir meinen eigenen Stiefel. Ich habe Ihn später privat kennengelernt. Er meinte, dass Ihm gefällt, wie ich es spiele.

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Letzte Änderung: 04 Apr 2011 01:03 von saxophonotto.
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