Hi unsUwe,
die einen sagen so, die anderen so.
Entspannt, ohne zu viel Druck wäre meiner Meinung nach die Devise. Und dann langsam über die Monate bildet sich die Mundmuskulatur aus. Vielleicht sollte man dabei schon aufpassen, daß man zumindest nicht die ganze Unterlippe zwischen Blatt und Zähne schiebt und wie Teufel quetscht, aber ein bisschen geht schon. Einfach die Lippe an das Blatt und dann den Unterkiefer leicht nachschieben, aber ohne bei Anspannung der Lippe diese ganz über die Zähne zu schieben, und wie gesagt ohne zu viel Druck, den macht dann später die Lippe mit den ausgebildeten Muskeln fast von selbst, irgendwie ergibt sich dann nach Jahren, soweit bin ich selbst noch nicht, eine perfekte Einheit. Wieviel Lippe sich dabei automatisch zwischen Zähne und Blatt schiebt, hängt auch von Deiner Anatomie ab.
Ansonsten kannst Du jederzeit und immer mal wieder ausprobieren, bei welcher Kiefer-Lippen-Mundstellung Dir der Ton am besten gefällt. Je moderner der Ansatz (wie Du oben selbst beschrieben hast), um so offener, ungedämpfter der Ton, aber auch mit der Gefahr "trötig" zu klingen, wenn das Mundstück sehr weit im Mund steckt. Und vom Mundstück und Blatt hängt auch vieles ab. Aber das ist schon wieder ein Thema für sich...nach mehreren Monaten und Jahren Spielpraxis.
Lieber mit weichem Blatt beginnen, die Bahn des Mundstücks nicht ZU eng, aber auch nicht so profimäßig weit, daß man als Anfänger und sogar noch als Fortgeschrittener Probleme mit der Intonation hat, weil man es noch nicht so gut hört und im Gefühl hat, wieviel Druck so nötig ist.
Aber ich bin kein Profi, und ich berichte nur, meine Erfahrungen und Informationen.
Aus professioneller Feder dazu und überhaupt zum Ansatz empfehle ich Dir Dirko Juchem "Saxophon Sound" und noch genauer und ausführlicher David Liebman "Der persönliche Saxophon Sound"! Übrigens (beide empfehlen weder den modernen noch den klassischen Ansatz in absolut abgrenzender Weise, sondern eher hab ich mich oben an die beiden orientiert). Und das Wichtigste hätte ich dabei fast vergessen: Die richtige Atmung (Zwergfellatmung), ohne Verkrampfung des Kehlkopfes, denn das beeinflusst den Ton unglaublich. Da wird der Luftstrom nicht gequetscht, sondern strömt mit einer starken Stütze durch das Zwergfell ungehindert, aber eben gut kontrolliert (mit der Zeit- Geduld!!!) in den Mundraum und erst dann und mit dieser Luft machst Du den Ton mit Deinem Ansatz.
Versuch mal allein mit Deiner Luft aus einem arg verkrampft verengten Rachenraum einen Ton zu formen, es geht kaum. Dann weißt Du, wie wichtig die richtige Atmung ist, und diese zu trainieren.
Am besten immer wieder und auch noch nach Jahren : Laaaaaaaange Töne!
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<em>editiert von: quersazz, 20.04.2006, 22:22 Uhr</em><!-- end editby -->