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THEMA: "Jazzcombo für Erwachsene"... persönliche Anmerkungen

"Jazzcombo für Erwachsene"... persönliche Anmerkungen 08 Mär 2007 00:06 #33294

  • saxclamus
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Hallo,

hab ja schon mal ansatzweise irgendwo hier erzählt,dass ich seit Januar 2007 in einer "Jazzcombo für Erwachene" mitspiele - eingebettet in eine ortsnahe Musikschule.
Mittlerweile sind wir (2 Alt, 2 Tenor, 1 Trompete, Piano,Gitarre, Bass und Drums )einmal pro Woche zusammen und versuchen, unter Leitung eines ProfiJazzers,der als gelernter Saxer bei unseren Übungssessions den Bass spielt, in Sachen Jazz rein - und weiterzukommen.

Alle Beteiligten haben schon "anderswo" Musik gemacht, machen es teilweise noch immer - in Jazz sind wir alle Anfänger.

Als Saxe gibt´s ein Selmer, 2 Keilwerth und ein Yamaha.

In keiner der bisherigen Übungssessions haben wir uns auch nur ein einziges Mal Gedanken über "Materialfragen" gemacht.

Die Instrumente wurden nach einer Einspielphase gestimmt - und dann ging´s und geht´s los mit

- einem in der letzten Session gespielten Stück
- mit anschließender Kritik, was besser gemacht werden könnte,
- beim Ensemblespeil
- bei den Soli,
- bei der Rhythmus-Gruppe

Kurz eingeschobene "Theorielektion" (natürlich nicht alles in einer Session)

- verschiedene Skalen
- Hinweise zum Aufbau einer Improvisation
- Zurechtfinden in die Form eines Songs

Welches Blatt spielt eigentlich mein Kollege nebenan? Wie feuchtet er seine Blätter zum optimalen Spiel an?

Keine Antwort.......keine Erhellung in diesen wesentlichen (?) Fragen.

Der nächste Song steht an ... und alle versuchen, etwas von dem umszusetzen, was vorher theoretisch besprochen worden war.

Es geht besser - mit dem gleichen Material - aber immer noch nicht so gut,wie unser Coach meint, dass sein müsste,wie wir es uns selbst wünschen...

Vertrackt ... aber immer kommt noch keiner auf die Idee oder macht den Vorschlag, ein besseres Instrument zu kaufen, ein anderes Blatt aufzulegen.......

Stattdessen....Ratschläge des Lehrers für´s nächste Mal
- hört euch die heute gespielten Songs im Original an
- lernt die für unsere Songs wichtigen Tonleitern auswendig
- "bastelt" euch für einen Song eine Improvisation, schreibt sie auf

Wieder nix mit besserem Instrument, optimaler Blattpflege........wir sollen arbeiten, üben, hören und uns ausprobierend Gedanken machen, was wir wie spielen wollen.

Wo soll das hinführen?

Vielleicht gibts ansatzweise wieder was Neues in der nächsten Session.

Hab´allerdings den Eindruck, durch einen "automatischen Blattbefeuchter" und andere "vielversprechende Materialneuigkeiten" lassen sich unsere "Jazzwünsche" nicht erfüllen.

Glaube eher, da kommt noch ´ne Menge schöner Arbeit auf uns zu - und darauf freuen wir uns, jeder mit seinem Instrument und seinm Blatt.

Liebe Grüße

saxclamus

<!-- editby -->

<em>editiert von: saxclamus, 08.03.2007, 00:10 Uhr</em><!-- end editby -->
Vertrauen in die Lernförderung durch den Schlaf schafft Zuversicht auch beim Üben am Detail.(Rezept 39 aus "Einfach Üben" v. Gerhard Mantel

Nur wer nichts tut kann auch nichts falsch machen.
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"Jazzcombo für Erwachsene"... persönliche Anmerkungen 08 Mär 2007 08:24 #33299

  • Aart
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Hi ! Sag ich doch auch !

Genau das habe ich auch festgestellt ..
Material ist egal ( Wenns nicht ganz daneben klingt ) Die Musik ist viel wichtiger ! Kunst ist gefragt ! Wenns dann bei einer mal viel Quietscht kann man sich mal kurz drumm kümmern anderes Blatt , Zuhause umstellen anderes MPC aber dann wieder zur Musik! Da sagt doch keiner "Du darfst nicht mitmachen mit der Chinatröte" Oder musstest vorher deine Kanne zeigen? Aber spiel mal falsche Töne mitten drinn das geht nicht ! Habe letzten Dienstag Aufnahmen gemacht .. Grausam.. So schlimm hätte ich nicht gedacht aber wenn man das dann im nachhinein anhört ist es gaaanz anders als wenn ich selber ins Trio spiele.( Schlecht eben. ) Man hört dann erst richtig wer zu laut spielte in verschiedene Passagen.Einsätze verpasst und und und. Um falsche Töne mal nicht zu nennen . Es gibt viel zu tun. Packen wir es an !

;-)


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"Jazzcombo für Erwachsene"... persönliche Anmerkungen 08 Mär 2007 09:43 #33301

  • gadget
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  • Sopran
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Hallo zusammen,

ich kann saxclamus nur voll und ganz zustimmen.

Als einer der auch in dieser Combo sein Glück versucht (Mit dem Piano! Sax ist noch nicht gut genug :-) ist es wirklich toll wie so viele Leute, die technisch und musikalisch aus den verschiedensten Könnensstufen und Musikrichtungen stammen, schon recht ordentliche Musik zusammen machen können.

Ich habe immer gedacht, in der Band spielen ist wahnsinnig schwer. Du musst doch auf so viele Dinge achten, Takte zählen und so weiter.

Von wegen. Wenn ich mal nicht mehr ganz sicher bin an welcher Stelle wir gerade sind, höhre ich was die anderen spielen. Kommt dann der nächste Wechsel im Akkord, dann bin ich wieder drin :-)

Ich hoffe wir werden in der Combo noch lange Spaß zusammen haben.

Gruß
Frank
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www.radio-do.de/
Yamaha YTS 275 MPC Steamer
Buescher True Tone C-Melody (71391)
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"Jazzcombo für Erwachsene"... persönliche Anmerkungen 08 Mär 2007 09:55 #33302

  • doc
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Dasselbe hier. Ich mach das immer noch am Eigelstein in der OJHS und es macht immer noch einen Riesenspaß.

Unsere neue Leiterin ist selbst Saxophonistin und bringt eine ungeheuere Energie rein, und sie verlangt/erwartet auch einen angemessenen Einsatz von uns.

Sie legt auch einen erhöhten Wert auf "musikalische Kommunikation", was wir vorher arg vernachlässigt hatten. Sie macht auch rhythmische Übungen ("Selbsterfahrungsgruppe") und all so was, um uns wachsen zu lassen.

Feine Sache.

Als Saxophonistin sagt sie mir auch, wenn ich was am Instrument grob schlecht mache (zu viel Vibrato, zu grob, zu ...)

Lohnt sich wirklich, dabeizubleiben.
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Reeds-Shop

"Jazzcombo für Erwachsene"... persönliche Anmerkungen 09 Mär 2007 17:36 #33349

  • wolfgang26
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Sollte da doch was dransein: "Das ganze Gequatsche über Material ist nur die Kompensation für zuwenig Üben!" ? :-D
Aufgeschnappt auf dem WS von einem "alten weisen Mann" ...
Kunst ist die letzte Freiheit, die uns geblieben ist - laßt uns sie verteidigen!
Wolfgang 26
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"Jazzcombo für Erwachsene"... persönliche Anmerkungen 09 Mär 2007 19:55 #33356

  • 48tmb
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Ja so ist das. Wenn man denn mal Musik macht tritt die ganze "Materialschlacht" in den Hintergrund.

Ein jeder spiele mit dem Material, das ihm liegt!!

Habe letzte Woche bei SAXOPHONIC ein Ladyface, ein Commitee, ein MK VI probieren dürfen.

Ja!! Super Teile!! Und wenn ich noch fleißig über, kann ich wohl auch richtig rausholen, was die Hörner bieten!! :roll: :-? :-D

Letztendlich habe ich meinem Jupi ein neues Mundstück verpasst, von einem etwas weich gewordenen Queens-Blatt 1 mm abgeschitten, das ganze mit einer SEDELMEIER Lederligatur verbunden und habe für vergleichbar kleines Geld den "erdigen" sound, den ICH mag!

Und von der Differenz zu den Kosten für eines der o.g. Hörner bezahle ich über Jahre meinen Sax-Lehrer und die Noten (und das eine oder andere Experiment in Sachen Mundstück oder Blätter :-D )oder den 3. und 4. und 5. Saxwelt-Workshop ;-)

<!-- editby -->

<em>editiert von: 47tmb, 09.03.2007, 19:57 Uhr</em><!-- end editby -->
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"Jazzcombo für Erwachsene"... persönliche Anmerkungen 09 Mär 2007 20:08 #33357

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Endlich mal ein Thread gegen diesen Kaufen-Wahn.
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"Jazzcombo für Erwachsene"... persönliche Anmerkungen 09 Mär 2007 22:04 #33364

  • kryz
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Dito,
spiel in ner Schüler Combo seit ich nen Tenor habe nicht nur Bari.
Der Kollege spielt ein Ref 36 mit Link ich ein Asia Teil mit Berg Fake.
Trotzdem nehm ich die Solos!
Ist kein Problem, er nimmts locker, denn er ist noch ne Ecke jünger und kriegt deswegen keine Komplexe :)

Naja, als er gehört hat, was ich für meines bezahlt hab, hats ihn schon gerissen :)

Also aufauf - üben und proben!

Viele Grüße

Chris
B901 - Charles Bay 8 - Rico Royal 3,5
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"Jazzcombo für Erwachsene"... persönliche Anmerkungen 19 Mär 2007 03:53 #33747

  • Freelancer
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Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, schiebt er es auf die badehose....

Nee mal im ernst, hier werden Apfel mit Glühbirnen verglichen.
Klar auf der Probe, hat so ein materialgedöns auch nichts zu suchen.
Da gehts darum Musik zu machen.
Materialschlacht hat aber immer was mit "Ich suche meinen Sound" zu tun, und das ist eher eine personelle Sache.
Trozdem tauscht man sich als Saxist beim Bier danach ab und zu an, oder man probiert eben das Sax des anderen.
Materialgedanken sind für einen Saxisten was natürliches und auch wichtiges. Es sollte aber nicht die Musik aufhalten.
Klar, hier in den Foren gehts oft um Materialschlacht, aber solange, wir pber das Forum nicht zusammen Jamen können, wirds auch so bleiben.
Dennoch, spiele ich in den Proben meinen Kollegen auch öfters mal mein neues Zeuchs vor, um deren Meinung zu hören.
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"Jazzcombo für Erwachsene"... persönliche Anmerkungen 19 Mär 2007 23:53 #33791

  • Sunny_Y
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@saxclamus
Wenn du im Moment bei deinem Stand mit deinem Material zufrieden bist und zurecht kommst, ist es doch prima!
Aber du hast ja schon einen Thread mit einem ähnlichen Thema aufgemacht (Muss man alle Saxe haben und spielen) und ich bekomme den Eindruck, dass du einfach die Diskussionen über die Qualität und Eigenschaften/Eigenheiten der verschiedenen Instrumente/Materialien nicht nachvollziehen kannst und deshalb solche Feinheiten für Quatsch hältst. Jedenfalls kommt das für mich als Unterton so an.

Wie schon Freelancer schreibt, wird in der Probe geprobt, und es ist in den Anfängen erst mal wichtiger, die Töne zu finden, sich in die Gruppe einzuhören und seinen Stil zu finden. Das funktioniert bis zu einem gewissen Grad auch mit einer Chinakanne und dem Yamaha 4c.
Aber wenn es an die Feinarbeit geht, wenn ich mich bei einem Solostück mit einem nicht harmonierenden Mundstück anstrengen muss, die Dynamik herauszuarbeiten oder wenn ich mit einem zu leisen Mundstück in der BigBand untergehe - da kommt die Lust und auch die Notwendigkeit am Informieren, Testen, Umsteigen.

Wenn ich probe und übe, brauche ich keinen "automatischen Blattbefeuchter". Wenn ich aber bei einem 3-Stunden-Auftritt kurz vor einem Solo schnell noch das Blatt wechseln muss weil ich merke: das alte lässt plötzlich nach - dann wäre ich froh, ein schon vorgeweichtes Blatt zur Hand zu haben. Der Rest der Truppe wartet nicht, bis ich eins ausreichend angefeuchtet habe.
Solche Gimmiks verbessern nicht die Musik, aber sie machen mir an einem gewissen Punkt einfach das Leben leichter.

@Livia
Kauf-Wahn? Klingt auch negativ. Warum?
Ich glaube, die Wenigsten hier haben so viel Geld zur Verfügung, dass sie wahllos draufloskaufen können. Aber wenn ich meine hart verdiente Kohle für ein Instrument oder Zubehör ausgebe, sollte es schon das optimalste sein, das ich in Rahmen meiner Möglichkeiten bekommen kann.

Natürlich entbindet mich gutes Material nicht vom Üben, aber es macht mir einfach mehr Spaß und das Üben geht leichter von der Hand, wenn alles rundum passt.

Was den Jazz angeht, muss ich auch noch sehr fleißig sein. Meine Musikrichtung ist mehr die Klassik, aber schließlich sollte man ja alles einmal ausprobiert haben.

Dann wünsche ich mal allseits fröhliches und erfolgreiches Üben, mit welchem Material auch immer ;-) !

Grüßle,
Sunny
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