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THEMA: Ausgrabungen

Ausgrabungen 14 Dez 2008 10:55 #67222

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immer wenn ich diesen 50 Jahre alten Clip höre, komm ich mir vor wie ein Archeologe, der auf einen alten Schatz gestossen ist. Und ich frage mich, ob sich das Saxophon seit der Zeit nicht eher zurückentwickelt hat. Ausser bei unbefangenen Anfängern findet man heutzutage kaum Spieler, die mit solcher Rücksichtslosigkeit den schönen Ton beiseite schieben und sich eher auf die Suche nach neuen Formen in der Musik begeben. Immer wenn ich diese Giganten höre, kommen mir Zweifel, ob schönes Spielen überhaupt ein Ziel sein kann ???
Ich hätte gerne mal eure Meinung dazu gehört.
Wächst denn das Gras schneller, wenn man daran zieht?
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Re: Ausgrabungen 14 Dez 2008 11:09 #67224

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Hallo Bloozer....

ich gebe dir absolut recht. Es ist eine Kunst es auch mal "rauszulassen"...kann aber auch für die Zuhörer auf Dauer anstrengend sein...genauso wie zu sanftes "Gedudel"...

Das hatte ich kürzlich in Berlin bei einem Auftritt von Peter Weniger im A-Trane...Toller Saxophonist, aber der Sound war irgendwie doch sehr "gestopft". Mag am Setup gelegen haben...Yamaha Custom (er ist Endorser für Yamaha) oder am Mundstück (Francoise Louis) oder aber einfach an seiner Klangvorstellung...er spielte Eigenkompositionen und ein Stück von Stan Getz....
Ich hatte übrigens schon vorher auf die Ähnlichkeit zu Stan Getz hingewiesen und mit meiner Freundin darüber diskutiert...

Aber du hast wie gesagt recht...das Rad kannst du nicht jedesmal neu erfinden.

Gruß
Mario
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Re: Ausgrabungen 14 Dez 2008 11:35 #67226

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Hallo Bloozer,

zum einen : die Schönheit liegt im Auge des Betrachters.
zum anderen : Coltrane"s Sound (hier) ist irgendwo hinter schön anzusiedeln, nicht irgendwo vor schön. ;-)

ansonsten denke ich, dass man Sound erst wirklich beurteilen kann wenn man ihn live gehört hat.
was an Emotionen rüber kommt hat nicht ausschließlich mit der Klangfarbe zu tun.

Gruß
pulco
Zitat bp : and sometimes a good player is better for the audience....
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Re: Ausgrabungen 14 Dez 2008 11:39 #67227

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Da darf der Meister des "schlechten" Tones natürlich nicht fehlen. Der geniale Albert Ayler spielt hier Summertime.

Für mich ist es abstrakte Malerei, action painting. Eine der spannendsten Phasen des Jazz, wo die Rhythmus-Section noch traditionell spielten und die Solisten sich aus dem Korsett aus Swing, Bebop und Cool Jazz befreiten. Nie habe ich "Freiheit von..." stärker im Jazz gehört; hier sind Tradition und Abstraktion übereinander abgebildet. 10 Jahre später spielten alle "frei", nur da war es da nicht mehr zu hören, das "frei von...".
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Re: Ausgrabungen 14 Dez 2008 13:21 #67231

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Summertime..... hier noch ein Mal den Song, etwas traditioneller aber das spielt keine Rolle - ein Meister ist und bleibt immer ein Meister!!!

http://www.youtube.com/watch?v=IG4nPM9uxwg
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Re: Ausgrabungen 14 Dez 2008 15:05 #67235

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Leute, erstmal richtig spielen können, dann kann man über sowas nachdenken.
Die Geposteten machen das bewußt
Für das erste Summertime würde ich kein Geld zahlen. Mag zwar experimentell sein, aber mir gefallen tut es nicht. Und nur weil etwas experimentell ist, muß es nicht gut sein. Vielleicht ist es auch eher als Scherz gedacht.
Bei der Coltrane Aufnahme, lasst euch nicht durch die Schlechte Soundqualität täuschen. Live hat das garantiert noch mal anders geklungen.
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Re: Ausgrabungen 14 Dez 2008 16:00 #67242

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Schönheit ist ein Kriterium in der Kunst und ich gebe Bloozer voll und ganz Recht, wenn er die reine Schönheit hinterfragt.

@Leon Nachdenken darf man immer, auch wenn man nicht "richtig" spielen kann. Ich glaube nicht, dass Albert Ayler erst gelernt hat, "richtig" zu spielen. Auch Brötzmann hat nicht erst Saxophon studiert, um zu seinem Stil zu finden. Die Kunst hat jegliche Freiheit und ganz spannend finde ich so manche Grenze zwichen Dilletantismus und Genialität. Zu den spannenden Sachen gehört auch die Selbstreflektion der Kunst, das Infragestellen der eigenen Mittel bis hin zur Zerstörung derselben. Ayler zerstört ganz klar das Bild des gängigen Saxophonspieles. Dahiner dann aber liegt eine große Ausdruckskraft. Hör dir die Anfnahme vielleicht mal ein zweites Mal an und vergiss, ob er "richtig" oder "falsch" bläst. Hör mal drauf, was er sagt (siehe Parallelfred).

Ich mag die Musik von Sydney Bechet sehr, den tieferen Blick in seine Seele bekomm ich aber bei Ayler. Ob ich mir die Musik heute abend zum Schmusen auflege, überleg ich mir nochmal.
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Re: Ausgrabungen 14 Dez 2008 16:27 #67247

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Da darf der Meister des "schlechten" Tones natürlich nicht fehlen. Der geniale Albert Ayler spielt hier Summertime.

Für mich ist es abstrakte Malerei, action painting. Eine der spannendsten Phasen des Jazz, wo die Rhythmus-Section noch traditionell spielten und die Solisten sich aus dem Korsett aus Swing, Bebop und Cool Jazz befreiten. Nie habe ich "Freiheit von..." stärker im Jazz gehört; hier sind Tradition und Abstraktion übereinander abgebildet. 10 Jahre später spielten alle "frei", nur da war es da nicht mehr zu hören, das "frei von...".

Moin Pue!

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LG Hans


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Re: Ausgrabungen 14 Dez 2008 16:40 #67250

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richtig......was bedeutet denn "richtig spielen können"? Ayler spielt alles richtig. Ob"s jedem gefällt ist halt andere Sache.
Hier spielt er eine andere Melodie, wie sie im Buche steht:

http://www.youtube.com/watch?v=5whf6v8-yZE&feature=related

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Re: Ausgrabungen 14 Dez 2008 17:43 #67252

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Haha, jaaa, wie sie im Buche steht, lol.
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