Transponieren ist kein Geheimnis!

Im Folgenden möchte ich jetzt die praktikabelste Weise zu transponieren vorstellen. So geht es auf jeden Fall. Viele Aspekte könnten noch weiter oder genauer ausgeführt werden. Wenn ihr hierzu Fragen habt, dann mailt mich einfach an!

Das Transponieren von Stimmen ist eine Notwendigkeit, die sich aus historischen und oder instrumentenbautechnischen Gründen entwickelt hat. Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und wir können nichts anderes mehr tun, als uns damit abzufinden oder ein C-Melody zu kaufen. Aber: Kompliziert ist die ganze Sache nicht, man braucht eigentlich nur ein wenig zu zählen. Und wenn das nicht so gut klappt, dann malt man sich einfach eine Klaviatur (wie jene hier unten) auf und zählte anhand dieser.

So, jetzt braucht man eigentlich nur noch zu wissen, wohin die Reise gehen soll. Dabei ist es so, dass man die Stimmung des Instrumentes beachten muss: Ein Tenor/ Sopran ist in „B“ gestimmt und ein Alto/Bariton in „Es“. Das bedeutet: Wenn ich auf einem Tenor ein „C“ greife (hierbei werden die absoluten Tonhöhen erst mal außer Acht gelassen), dann erklingt tatsächlich ein „B“. Geht also ein Pianist an sein Instrument, dann muss er ein „B“ drücken. Bei Altos kommt bei einem gegriffenen „C“ ein „Es“ an die Ohren. Der Pianist muss folglich ein „Es“ drücken.

Daraus folgt: Wenn ein Tenorspielender ein „C“ greift und ein „B“ erklingt, dann ist der gegriffene Ton zwei Halbtöne höher als der erklingende Ton. Folglich muss man, um ein klingendes „C“ zu erhalten, einen Ton höher greifen, also ein „D“.

Bei den Altos funktioniert das auf die gleiche Weise, nur mit anderen Tönen: Greift man ein „C“, dann erklingt ein „Es“. Der gegriffene Ton ist also drei Halbtöne tiefer als der erklingende. Folglich muss der Altospielende, um ein klingendes „C“ zu erhalten ein „A“ greifen.

Kurz gesagt: Das Piano spielt ein „C“. Dann muss der Tenorspielende zwei Halbtöne nach oben greifen (zum „D“) und der Altospielende drei Halbtöne nach unten greifen (zum „A“).

Hierzu eine kleine Transponiertabelle:

Dabei ist zu beachten, dass die fett gedruckten Tonarten bzw. Töne die gebräuchlicheren sind!

Insgesamt habe ich in dieser ersten Tabelle nur so transponiert, dass es funktioniert. Damit werden nicht die absoluten Tonhöhen angezeigt.

 

Alto/Bariton (in Es)

C-Stimme (Piano, C-Melody)

Tenor/ Sopran (in B)

-3 Halbtonschritte

0 – keine Veränderung

+2 Halbtonschritte

A

C

D

Ais/B

Cis/ Des

Dis/Es

H

D

E

His/C

Dis/Es

Eis/F

Cis

E

Fis/Ges

D

F

G

Dis/Es

Fis/Ges

Gis/As

E

G

A

Eis/F

Gis/As

Ais/B

Fis

A

H

G

Ais/B

His/C

Gis/As

H

Cis/Des

 

 

Will man jetzt eine absolute Transposition anfertigen (was bei klassichen Noten oft notwendig ist), dann kann man die erste Tabelle nehmen, muss aber die Töne beim Alto und Tenor jeweils eine Oktave nach oben setzen.

 


 

Transponierbeispiele

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Absolutes Transponieren

Oft ergibt sich die Notwendigkeit, Noten in die korrekte Tonhöhe zu transponieren (absolutes Transponieren). Dieses ist beispielsweise dann der Fall, wenn man eine Stimme einer Komposition oder eines Arrangements für ein anderes Instrument einrichten will oder muss. Man kann immer davon ausgehen, dass der Komponist oder Arrangeur sich etwas bei seiner Tonwahl gedacht hat (obwohl man sich manchmal fragt, was er sich dabei wohl wieder gedacht hat). Man kann also nicht einfach – wie beim relativen Transponieren – die Töne nach Lust und Laune in der Gegend herumtransponieren. Es gilt die Komposition oder das Arrangement als ein „opus absolutum et perfectum“ – ein absolutes und unveränderliches Werk (hiervon sind gelegentlich auftretende Schreibfehler ausgenommen, die man aber auch erst mal erkennen können muss).

Gehen wir hypothetisch davon aus, dass der klingende Ton „c1“ für eines der vier Standardsaxophone umgeschrieben werden soll. Wir können nicht entweder eine Terz nach unten bzw. eine Sekunde nach oben transponieren, da wir sonst – obwohl es der richtige Ton ist – nicht in der richtigen Oktave landen, sprich der Ton würde nicht in der richtigen Oktave erklingen (eine Oktave ist ein Tonraum von zwölf Halbtönen – c bis c, der jeweils bei einem „C“ beginnt. Das nachfolgende „C“ ist dann der erste Ton der nächsten Oktave, so dass man sagen muss, dass der Tonraum eigentlich von c bis h geht. Es gibt mindestens folgende Oktaven: Subkontraoktave, Kontraoktave, Große Oktave, Kleine Oktave, Eingestrichene Oktave, Zweigestrichene Oktave, Dreigestrichene Oktave, Viergestrichene Oktave – auf dem Klavier sind Erst- und Letztgenannte nicht vollständig: 2A bis a4 – manchmal bis c5).

Wir müssen wie folgt transponieren:

 

Saxophon:

Transposition

Ausgangston:

Transponierter Ton:

Sopran

+2 Halbtöne (große Sekunde nach oben)

c1

(eingestrichenes c)

d1

(eingestrichenes d)

Alto

+9 Halbtöne (große Sexte nach oben)

c1

(eingestrichenes c)

a1

(eingesrtichenes a)

Tenor

+14 Halbtöne (große None – Oktave plus große Sekunde – nach oben)

c1

(eingestrichenes c)

d2

(zweigestrichenes d)

Bariton

+21 Halbtöne (Tredezieme oder Terzdezime - Oktave plus große Sexte – nach oben)

c1

(eingestrichenes c)

a2

(zweigestrichenes a)

 

Nun wird es immer wieder Töne geben bei denen wir uns zwischen den enharmonischen Verwechslungen entscheiden müssen: Ob wir beispielsweise den Ton „h1“ für ein Alto in ein „gis2“ oder ein „as2“ übertragen, ist nicht in erster Linie vom persönlichen Geschmack abhängig, sonder muss vielmehr im harmonischen Kontext gesehen werden – sprich: Der transponierte Ton muss der Zieltonart angepasst sein. Da sich eine Tonleiter dadurch definiert, dass wir sieben unterschiedliche Töne (bzw. Stammtöne) haben, können folglich nicht „g“ und „gis“ in der gleichen Tonleiter vorkommen, wohl aber „g“ und „as“. Daraus folgt, dass wir als ersten Schritt die Zieltonart finden müssen. Wenn wir die Ausgangstonart haben, dann ist das kein Problem. Es greift das Prinzip, was in "Transponieren ist kein Geheimnis Teil 1" erläutert wurde.

Normalerweise wird beim Tonartentransponieren versucht, den Vorzeichentyp der Ausgangstonart beizubehalten. Das ist allerdings nicht immer sinnvoll: Sollen wir klingend Fis-Dur für Alto umschreiben, kommen wir nach Dis-Dur (neun Vorzeichen bei sieben unterschiedlichen Tönen – das bedeutet Doppelkreuze: dis eis fisis gis ais his cisis dis). Hier würden wir die enharmonische Verwechslung Es-Dur bevorzugen (drei bs).

Nochmal eine kurze Zusammenfassung:

1. Wir bestimmen die Ausgangstonart
2. Wir bestimmen die Zieltonart
3. Wir transponieren die Ausgangstöne entsprechend den Erfordernissen, die durch die Saxophone und die Zieltonart vorgegeben sind

Im Folgenden habe ich eine Notentabelle zum absoluten Transponieren angehängt. In der ersten Notenzeile stehen jeweils die klingenden Töne. In den anderen Zeile die transponierten Töne des jeweiligen Saxophons. Nochmal zur Erinnerung: Alle Saxophone werden gleich notiert (im Tonraum vom b bis fis3). Den tatsächlich klingenden Ambitus (Tonumfang) können wir anhand der Tabelle ermitteln.

Ich habe die Notenstriche nur zur besseren Übersicht eingefügt, sie haben sonst keinerlei Bedeutung.

Es gibt jeweils eine ab- und aufwärstlaufende chromatische Tonleiter, damit die enharmonischen Verwechslungen übersichtlich erfasst werden können.

 

 

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Viel Spaß beim Transponieren!

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 17. August 2012 13:33

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