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THEMA: Über Harmonie, Akkorde und Melodien

Über Harmonie, Akkorde und Melodien 16 Okt 2009 16:47 #80687

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Hallo bluemike, habe deinen berechtigten Zusatz erst jetzt gelesen (schruben wohl zeitgleich). Ja, die Tonbildung im Hard Bop ist gerade im Gegensatz zum Cool Jazz erdiger, dreckiger, beseelter. Aber selbst dieses Kriterium finde ich nicht durchgängig bei allen Instrumentalisten.

Good Bye Pork Pie Hat ist ein ganz feines Stückchen Jazz, danke für den Link.
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Über Harmonie, Akkorde und Melodien 16 Okt 2009 16:52 #80689

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Ohne da jetzt nen Glaubenskrieg losbrechen zu wollen, PUE,

würdest Du Cool als "unbeseelt" empfinden? Sicher weniger excessiv als Bop, ok.

Aber (ich übertreibe jetzt) nicht seelenlos. Für mein Gefühl ganz im Gegenteil.

Cheerio
Keep swinging!
I believe you should try to make music as beautiful as you can. It should not be done with ugliness.
There's so much hate in the world; you should counteract it with loveliness(Stan Ge
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Über Harmonie, Akkorde und Melodien 16 Okt 2009 17:48 #80693

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Wenn du es im Gegensatz als 'unbeseelt' bezeichnest, ist das ein Umkehrschluss, der nicht ganz sauber ist.
Ich bleibe dabei, die Tonbildung ist beseelter als im Cool Jazz. Gefühl und Emphase wird wieder gezeigt und nicht hinter klaren Linien zurück gehalten. Natürlich ist der Cool Jazz beseelt, keine Frage, nur drückt sich die Seele nicht in der Tonbildung aus, sondern zeigt sich feiner 'hinter' den Tönen.
Im Hard Bop zeigt sich dieser 'Soul' öffentlicher und eben auch im Ton und der Tonbehandlung.
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Über Harmonie, Akkorde und Melodien 16 Okt 2009 19:18 #80696

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es juckt in den fingern...

Goodbye Pork Pie Hat = das einzigste was echt stört ist das movie, lenkt total ab von dieser geilen understatement submusik.

am anfang wird über rasierklingen gespielt, die töne teilen sich, leichte dissonanzen erhöhen den reiz. weg vom klassichen ton, hin zum sprachton als musikton. die guturalität der stimme ist voll übertragen im ton, da ist seele, tiefe, emotion, aufschrei drinn, wie verhallen, verklingen lassen, schon fast verwehen.
das anhauchen der töne, dem ton eine stimme im sinne von charakter zu geben, nuancen einstreuen und dabei sand (genau sand) mit zu blasen ist geil.

ihr könnt jetzt eure alten kleiderbügel rauskramen und nach mir schmeißen. :laugh:

bluemike- das bier für dich ist schon gezapft.
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Über Harmonie, Akkorde und Melodien 16 Okt 2009 23:48 #80709

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Hi,

@saxtune: Keiner wirft hier mit Kleiderbügeln - und das mit dem Bier sollte irgendwann mal klappen... B)
next time you see me...
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Über Harmonie, Akkorde und Melodien 02 Nov 2009 17:37 #81374

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Moin Pue!

Ich möchte mal unwissender Weise eine Frage stellen, die mich immer wieder beschäftigt. :blink:

Ist eine Improvisation noch eine Improvisation, wenn sie doch in den meisten
Fällen zu über 90% schon geübt wurde?

Oder nur dann, wenn sie sich zwar über Harmonien und Akkorde steuert, aber völlig neu
entsteht?




LG Hans
Letzte Änderung: 02 Nov 2009 17:38 von hwp.
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Über Harmonie, Akkorde und Melodien 02 Nov 2009 19:41 #81377

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Schöne Frage, Hans.

Es gibt verschiedene Ansätze, würde ich sagen.

Eine Improvisation ist dann eine Improvisation, wenn der Musiker der spontane Komponist seiner Melodie ist und sie vorher nicht festgelegt hat. In der Swingära wurden die Soli oft jeden Abend gleich gespielt. Der Solist hatte sie zwar ausgearbeitet, doch waren es im Grund eher Kompositionen.

In den meisten anderen Stilen wurde eher improvisiert und ich würde nicht sagen, dass 90% der Tonfolgen schon geübt wurde. Es kommt auf die Größe des Bereichs an, den du betrachtest. Wenn ein Bebopsaxophonist eine Art Pattern oder Lick über die Doninante bläst, dann hat er diese Tonfolge sicher schon öfer gespielt - nenn es geübt. Wenn er aber über 500 verschiedene Module verfügt, so muss er sich im Kontext seines Solos doch für einen davon entscheiden. Eine solche Improvisation besteht zum Teil daraus, dass mehrere Module aneinandergehängt werden. Wenn du Giant Steps von Coltrane hörst, dann bestehen diese Module aus Skalen und Akkorden. Es wäre ihm nicht möglich, in der kurzen Zeit komplexe Melodien zu spielen, die von Note zu Note gedacht sind.

Anders in einer Ballade, da gibt es theoretisch Zeit, sich bei jedem Ton zu überlegen, ob man nach oben, nach unten oder den gleichen Ton noch einmal spielt.

Dass man so gut wie alle Tonsprünge geübt hat, ist Grundlage für eine Improvisation. Sinnvolle Phrasen über die Akkorde hat jeder Profi in den Fingern. Er kann im Blindflug über die Akkorde spielen, ähnlich dem Autofahrer, der über etwas sinniert und nach fünf Minuten merkt, dass er, obwohl er ganz woanders war, automatisch richtig gesteuert, geschaltet und sogar überholt hat. Bei Musikern, die jeden Abend auf der Bühne stehen, ist eine Improvisation oft eine Art Automatismus. Dadurch sind die Soli nicht unbedingt schlecht. Allerdings auch nicht garantiert gut.

Darin liegt natürlich die Gefahr, phrasenhaft zu spielen; immer gleiche Schemata wirken über längere Zeit ermüdend, ermuntern aber auch, zu neuen musikalischen Ufern auf zu brechen.


Auf der anderen Seite: wenn du manifestierst, dass nur bis dato noch nicht geübte Tonkonstellationen zu guten Improvisationen führen, dann ist das eine Haltung, die man durchaus erstmal aktzeptieren kann und so einige Freejazzer hätten Spass an einer solchen Vorgbe. Es wird nur so sein, dass auch diese Vorgabe sich letzt und endlich zu einer Spielweise verdichtet, die sich als solche etabliert und schabloniert.
Es gibt viele Aufnahmen von überragender Qualität, wo Jazzmusiker gerade am Anfang einer neuen Entwicklung stehen. Das sind Höhepunkte von ungeheurer Eindringlichkeit.

Das schon lange wartende Kapitel über den modalen Jazz wird genau diesen Aspekt der 'Unverbrauchtheit' neuer Stilentwicklungen beleuchten. Man darf gespannt also sein.
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Über Harmonie, Akkorde und Melodien 03 Nov 2009 02:02 #81388

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Moin Pue!

Ich habe 5 Aufnahmen von *Every Tub* Basie
H. Evans spielt sein Solo recht gleichbleiben, während Young
jedes mal anders spielt!

Ist nur Swing, aber scheint auch da möglich zu sein!

Wiederum habe ich auch nachgelesen, das in jeder Big Band es "aufmucken" gab, weil in den 4-6 Takten die jeder so hatte, nie genügend Raum war!

LG Hans
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Über Harmonie, Akkorde und Melodien 03 Nov 2009 04:30 #81389

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hwp schrieb:
Wiederum habe ich auch nachgelesen, das in jeder Big Band es "aufmucken" gab, weil in den 4-6 Takten die jeder so hatte, nie genügend Raum war!
Ja, da kenne ich auch mindestens einen sehr netten Saxophonisten, der genau aus diesem Grunde nicht so gerne in einer Big Band, sondern viel lieber in Combos spielte.
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Über Harmonie, Akkorde und Melodien 03 Nov 2009 08:32 #81390

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Unser Bandleader lässt uns immer viel Raum, da bin ich dann fast schon am Umkippen. Wir schauen immer, wie sich so ein Solo entwickelt, dann merkt man irgendwann, wann es zu Ende geht und der Chorus wieder einsetzt.
Finde ich eigentlich gut so.

Grüße
Saxolina
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