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THEMA: Über Harmonie, Akkorde und Melodien

Re: Über Harmonie, Akkorde und Melodien 25 Jan 2009 13:58 #69227

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Hehe, gut aufgepasst! Häte nicht gedacht, dass der Schwindel so schnell auffliegt. Mir fiel es auch auf, als ich es schon hochgeladen hatte. a" ist ein wenig hoch für mich. Werde das Sinus-a" einfach morgen herunterschrauben. Heute ist Familientag.
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Re: Über Harmonie, Akkorde und Melodien 26 Jan 2009 14:39 #69260

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*edit* habs nochmal durchgelesen und finde meinen kommentar überflüssig ^^

aber btw brauche mehr ^^
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Re: Über Harmonie, Akkorde und Melodien 26 Jan 2009 16:25 #69262

  • pue
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Frequenzanalyse I

Hier kommt mehr:

Vergleichen wir nochmal die beiden Kurven vom Sinus- und vom menschlichen a. Beim Sinus-a schwingt etwas gleichmäßig auf und ab. Beim gesungenen a schwingt es wesentlich komplexer in der gleichen Zeit. Beide Töne klingen gleich hoch, weil bei beiden 220 mal in der Sekunde der gleiche Zyklus abläuft und trotzdem hat das gesungene a mehr zu bieten. Da stecken komplexere Schwingungen mit drin und genau die kann man hören, wenn wir die Grundfrequenz von 220 Hertz wegnehmen. Das können elektronische Filter machen oder das können heutzutage immer noch Telefone, welche (merkwürdiger Weise immer noch) nicht in der Lage sind, tiefe Frequenzen zu übertragen.

Hier kommt noch einmal das original gesungene a und da drunter eines, dem ich alle Schwingungen unter 330 Hertz abgeschnitten habe.

Original-a
a mit Highpass ab 330 Hertz (alles unterhalb von 330 Hertz fehlt)

Die zweite Fassung klingt tatsächlich ein wenig nach Telefon. Es fehlen die Tiefen, klar, hab ich ja abgeschnitten. Was aber erstaunlich ist, dass wir überhaupt noch etwas hören, obwohl alle Frequenzen unterhalb von 330 Hertz nicht mehr da sind. Und was noch rätselhafter ist, wir hören zwar einen dünneren Ton, hören ihn aber auf der gleichen Grundfrequenz. Wo kommen denn verdörri noch mal die 220 Hertzen wieder her, hatte ich sie doch eliminiert?

Machen wir mal den Gegentest und schneiden alles oberhalb von 330 Hertz ab.

a mit Lowpass ab 330 Hertz (alles oberhalb von 330 Hertz fehlt)

Das ist sozusagen der reine Grundton, den ich im ersten Beispiel oben abgeschnitten hatte und der sieht (siehe unten das untererste Fenster) nicht nur aus wie unsere Sinuskurve, sondern klingt auch ganz ähnlich. Nochmal zum Vergleich das a=220 Hertz Sinuston . Verblüffend, oder?

Hier alle drei Wellen optisch:

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Fazit: ein einzelner gesungener Ton besteht aus dem Zusammenklang verschiedener Frequenzen. Er hat eine Grundfrequenz und irgend etwas darüber, was wir noch nicht kennen. Der Grundton alleine klingt ähnlich wie ein Sinuston, eher charakterlos. Der Rest hat einen charaktervollen Klang, klingt etwas dünner und wir hören magischer Weise immer noch den gleichen Grundton. Auch nach dem Wegschneiden der Grundfrequenz bleibt eine komplexe Schwingung zurück, die sich zyklisch in der Grundfrequenz wiederholt (siehe Bild oben, mittleres Fenster).

Es ist ein bisschen wie beim Regenwurm, der vermeintlich nach dem Durchschneiden in zwei Teilen weiterlebt (was nicht stimmt). Unsere Grundtonhöhe lebt in beiden Teilen weiter.


So, ich hoffe, das war nicht zu schwer. Wie immer dürft ihr gerne Fragen stellen. Das heutige Kapitel braucht vielleicht andere Grundkenntnisse, die nicht jeder direkt hat. Also tut euch keinen Zwang an.
Letzte Änderung: 09 Jul 2012 20:36 von pue.
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Re: Über Harmonie, Akkorde und Melodien 27 Jan 2009 10:35 #69287

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Keine Fragen? Alles verstanden oder liest keiner mehr mit. Vielleicht zu langweilig. Oder zu schwer? Ohne Fietbäck schwer einzuschätzen. Gerade dumme Fragen können mir helfen, einzuschätzen, ob ich die Sache stringenter oder einfacher angehen muss, also was sagt ihr?
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Re: Über Harmonie, Akkorde und Melodien 27 Jan 2009 11:16 #69288

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Keine Fragen? Alles verstanden oder liest keiner mehr mit. Vielleicht zu langweilig. Oder zu schwer? Ohne Fietbäck schwer einzuschätzen. Gerade dumme Fragen können mir helfen, einzuschätzen, ob ich die Sache stringenter oder einfacher angehen muss, also was sagt ihr?

hallo pue
Keine Fragen bisher :-ß Weder langweilig noch zu schwer, nö. Für mich bisher eher ein Widerholungskurs :-) Macht aber nichts, ich lese trotzdem mit, irgednwann wirst du in Gefilde vorstossen, wo mein Hirnschmalz sich mehr erhitzen wird um zu verarbeiten...Gut so und bitte weitermachen, dein Stil gefällt mir :-ß

antonio
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Re: Über Harmonie, Akkorde und Melodien 27 Jan 2009 11:24 #69289

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Nee, weder zu schwer noch zu langweilig!!! Deine Idee, dieses Hintergrundwissen mal allgemein verständlich zu erläutern, finde ich echt gut. Außerdem locker geschrieben und leicht nachvollziehbar. Weil ich mich bereits an anderer Stelle ausführlich mit dieser Materie auseinanderstzen durfte, ergeben sich für mich keine Fragen und reines Mitlesen im Hintergrund reicht. Als Auffrischung aber sehr gut geeignet, also: Bitte mehr davon!

:-ß Gruß Tina
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Re: Über Harmonie, Akkorde und Melodien 27 Jan 2009 11:26 #69290

  • saxolina
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Hallo pue,

spannend, aber ich warte lyber auf lydisch :-)

Ne, mal im Ernst, muss mir das in Ruhe angucken, ist Neuland für mich, hier bei der Arbeit sollte ich anderes tun ;-)

Gruß
Saxolina
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Re: Über Harmonie, Akkorde und Melodien 27 Jan 2009 12:35 #69293

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Frequenzanalyse II

Fein, also weiter:

Wir sind dabei, einen 220-Hertz-Ton zu analysieren, ihn auseinander zu nehmen. Wir haben aus dem komplexen Sound die unterste klingende Frequenz abgeschnitten. Geschnitten habe ich bei 330 Hertz, da tut es ihm nicht weh.

Den nächsten Schnitt setze ich bei 550 Hertz und nun schaut, was ich unten abgeschnitten habe:

a - es fehlen alle Frequenzen unter 330 und über 550 Hertz

Nochmal zum Vergleich:

a - Original

a - alles unter 330 Hertz

Eine Sensation, wie ich finde: die Schwingung, die sich im Originalton zwischen 330 und 550 Hz versteckt, ist augen- und ohrenscheinlich die Oktave des Grundtones. Ein a" mit 440 Hz. Das heißt, wenn wir nur einen Ton singen, erklingt darin gleichzeitig die Oktave des Tons.

Und: wir haben noch einen Rest übrig, also schnibbeln wir weiter:

a - es fehlen alle Frequenzen unter 550 und über 770 Hertz

Weitere Sensationen: das ist nicht etwa die nächste Oktave (die läge ja beim doppelten Wert von 440 Hz), nein, es ist eine vollkommene, eine reine Quinte. Und die ist sogar lauter als die beiden ersten Schnibbeltöne. Wau!

Hier sind die drei abgeschnibbelten Wellen aus meinem a:

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In meinem gesungenen a haben wir nun den Grundton, dessen Oktave und die darüber liegende Quinte entdeckt. Ich verspreche euch, es geht so (wie?) weiter und es steckt immer noch einiges im verbleibenden Rest des Tones; sehr ergiebig der.


Vielleicht deucht dem einen oder der anderen nun, warum ich so wild durch die verschiedenen Bereiche eiere. Das ganze tonale System, die Intervalle und unser harmonisches System steckt in einem einzelnen Ton drinnen, einem Ton, den wir schon pränatal von unserer Mutter hören (jetzt gehts mit ihm durch, ja). Nein, es ist so, in jedem gesprochenen Wort hören wir unentwegt die Oktave und die Quinte (und was weiß ich noch alles) mit.

Die beiden Intervalle Oktave und Quinte sind die harmonischsten und einfachsten, die wir kennen. Sie bestimmen unsere Melodien und unsere Harmonien wie kein anderes Intervall. Zur Rekapitulation: die Oktave hat ein Verhältnis von 1:2, die Quinte hat ein Verhältnis von 2:3. Wir untersuchen den Ton a mit 220 Hz Grundschwingung, haben neben dieser den 440 Hz-Ton abgeschnibbelt und danach die Quinte (2:3!) drüber gefunden, macht nach dem Riesen 660 Hz, korrekt. Nun wißt ihr vielleicht, warum ich bei 330, 550 und 770 Hertzen schnitt.

Und die Hausaufgabe ist natürlich die Bestimmung des Tones und Intervalls, was ich beim nächsten Schnitt finde, bis denne, pü.


PS.: was mich beim Schnibbeln erstaunte, war die gleiche Phasenlage von a und a" und die gegenteilige beim e"", der Quinte darüber. Will sagen, die Kurven der unteren beiden Teiltöne fangen mit einer Steigung an während die Quintkurve am Anfang fällt. Nun bin ich selbst gespannt, wie es weiter geht.
Letzte Änderung: 09 Jul 2012 20:37 von pue.
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Re: Über Harmonie, Akkorde und Melodien 27 Jan 2009 13:06 #69294

  • chrisdos
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Hi pue,

ja, echt spannend. :-ß

Leider kann ich meine Hausaufgabe nicht machen, weil ich keine passende Schere finde. ???

Trotzdem möchte ich völlig ins Blaue vermuten, dass beim übernächsten Ton die Kurve auch zuerst nach unten verläuft. :-)

Liebe Grüße

Chris
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Re: Über Harmonie, Akkorde und Melodien 27 Jan 2009 13:52 #69298

  • pue
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Hm, kann sein, echt keine Ahnung. Die offizielle Frage ist eine andere gewesen, welchen Ton (wenn überhaupt einen) schnibbel ich als nächsten ab. Geht auch ohne Schere, dachte ich.
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